Raus aus der Kammer und ab in die Galerie. Von Verni- über Midi- bis hin zur Finissage wird hier der fein überladene Kunstmarkt semisäuberlich durchwühlt, einige beachtenswerte Prachstücke werden aufgegriffen und sinngerecht portioniert. Also Mund zu, Augen auf: Seit heute ist das Münchner Kunstareal um ein weiteres Prachtstück reicher: Das Brandhorst Museum hat seine Ökopforten für das kunsthungrige Fußvolk eröffnet und wartet auf meinen Besuch. Es muss an dieser Stelle aufgrund zeitweiser Soziophobie meinerseits vertröstet werden, vorerst präsentiere ich Euch einen audiovisuellen Aperitif, der die Konfliktlinien unserer triebhaften Existenz gelungen reflektiert. Will heißen: Tod, Sex und Jackson Pollock.Die Szene stammt aus Herbert Ross’ Hommage an Humphrey Bogart, Play it again, Sam (1972) mit Woody Allen als Beziehungskrüppel, hier in Hochform.
Ab mit neuen und wiederentdeckten cinematographischen Auswüchsen.
Anfangen soll diese kleine Cinemathek mit einem meiner Lieblings-Allens: Zelig, hier ein Einblick in das Mockumentary von 1983, Woody als kulturelles Chamäleon, herrlich skurril, überspitzt, aber dennoch gesellschaftlich brisant- und vor Allem amüsant. Nun zu einem weiteren Favoriten, Ihr seht, hier wird nicht lang gefackelt, ich brenne darauf meine Highlights loszuwerden, um später ein paar Ecken für gehörigen Trash freizumachen. Mise en Scene, Kamera, sowie das vollkommen geglückte Casting, sorgen neben dem hervorragenden Drehbuch und der ausgezeichneten Ausstattung (unschlagbar: Die Louis Vuitton Kofferserie) für visuelle Glücksmomente. Miss Portman ist als rauhe Exgeliebte schonungslos attraktiv, auf nonchalante Art zerbrechlich, unnahbar und charmant. Hier kommt also der Kurzfilm Hotel Chevalier in Originallänge zum wunderschönen Darjeeling Limited von Wes Anderson, 2008. Zurücklehnen und genießen: Verwegen geht es weiter, Natalie Portman ist immernoch im Spiel. Wer auf scharfe Dialoge, umtriebige Affären zwischen ästhetischen Intriganten angefacht von einer Prise feiner Rafinesse steht, weiß schon, welches heiße Stück Film ich meine: Closer, Mike Nichols, 2004. Hier wunderbar vertont von Damien Rice. Das ansehnliche Schmankerl namens Jude Law, würde sogar mit Oberlippenbart durchkommen, seht selbst:
Schlussgemacht wird mit folgender Überlegung: An was denkt ihr, wenn ihr das Wort „Nounoune“ hört? Klingt nach einer Mischung aus Kinderzahnpasta, einem weiteren Fauxpas von Peer Steinbrück oder einem möglichen asiatischen Diminuitiv für weibliche Fortpflanzungsoragane, oder? So, jetzt dürfte der Gedankensprung zur ammenhaften Michelle Pfeiffer umgarnt von Spitze, Brokat und einem gut dreißig Jahre jüngeren Boy-Toy namens Cheri, gespielt von Rupert Friend (The Queen, High Fidelity), nicht schwer fallen. Uppps, gestolpert? Kurz: Der Historienstreifen des Regisseurs Steven Frears, handelt von einer alternden Mätresse und ihrem jüngeren Geliebten im Paris der 1920er. Tragisches Ende vorprogrammiert, schade besonders um die wertvolle Zeit und den enormen Materialverschleiß. Aber wer schon immer Kathy Bates als okerfarbene Presswurst sehen wollte, möge seinem Verlangen nachgeben, muss sich allerdings noch bis August 2009 gedulden. Hier der versprochene high-class Trash, bitte Putzlumpen parat halten, es trieft vor Schmalz: