don't panic, it's organic!


In oder Aus?
14. Juli 2009, 09:04
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So schnell kann’s gehen: Eben noch Leinwandgeblubber, jetzt auf Münchner Massenmeilen mit der nötigen Prise Nonchalance aufgetragen, Respekt:

gelbgestrickte Latzhotpants

Trend in München?

Fantastisch!

Fantastisch?

München braucht Freaks, bitte mehr davon!



Funkyzeit!
7. Juli 2009, 11:14
Gespeichert unter: Filmfreak | Schlagworte: , ,

Kürzlich angetestet und jetzt im Rahmen des Mongay gesichtet- Brüno. Wer sich fragt, was der kontroverse Streifen bei Betroffenen auslöste: Rings um mich herum wurden Tränen geheult und Schenkel bis zum Zerbersten geklopft. Brüno treibt seine kalkulierte Provokation bis auf den bitteren Seitenstreifen der Geschmacklosigkeit, wie in Borat ist Fremdschämen erwünscht. Dass Sasha Baron Cohen ungelyncht davonkommen konnte, verwundert. Chapeau und ein Blick in den Trailer:

Zum Plot: Nach mehrfachem Scheitern, versucht die österreichische Fashionista, Brüno, in den USA seinem Herzenswunsch näherzukommen: Er will der „größte homosexuelle Filmstar seit Arnold Schwarzenegger“ und mindestens der „berühmteste Österreicher seit Adolf Hitler“ werden. Begleitet wird er von seinem masochistisch veranlagten, rothaarigen Diener Lutz. Brünos eigenwilliger Entwurf für eine Fernsehshow mit Clelebrities wird von Testsehern für „schlimmer als Krebs“ eingestuft, einen republikanischen Ex-Präsidentschaftsanwärter kann er auch nicht zu einem Sex-Video überreden, so bleibt ihm nur eine Charity-Aktion.

Als seine Bemühungen um die Friedensstiftung im nahen Osten scheitern, beschließt er ein afrikanisches Baby zu erwerben- im Tausch gegen einen IPod geht das klar, auch hier kommt der halbdokumentarische Charakter des Streifens rein. Zurück in den Staaten wird ihm das Baby beim ersten Talkshowauftritt vom Jugendamt weggenommen. Zuvor veranstaltet er folgendes Baby-Casting:

Es folgt die bittere Einsicht, dass er nur als Hete Ruhm erlangen kann. Doch, wird ihm psychologische Hilfe zweier Gay-Converter einen enthomoisierten Lebenswandel bescheren?

Man weiß nicht, ob man in stetigem Kopfschütteln verharren, oder in akute Lachanfälle miteinstimmen soll. Letztere lassen sich oft nicht vermeiden, gründen aber auf extrem trivialen Ursachen, die mit viel Nacktheit im Schleudergang zu tun haben, einige Szenen sind einfach nur dämlich.

Klar, man riecht die aus allen Poren des Films strömende Übertreibung, Überladung und Übertuntelung. Dennoch kommt die Botschaft rüber: Wer homosexuell ist, ethnischen oder religiösen Minderheiten angehört, hat oft mit hartnäckigen, absurden Vorurteilen und Ressentiments zu kämpfen. Dass diese Einsicht an authentischen Beispielen festgemacht werden kann, verfehlt ihre subversive Wirkung, wirkt aber streckenweise zu forciert.  Zwar scheinen einige Szenen überdreht und wenig innovativ, der Kinosaal bleibt dennoch keine Minute kicherfrei. An in- your- face-Gags wird hier also nicht gespart. Die knarzende Mischung aus Deutsch und Englisch wölbt außerdem die Mundwinkel nach oben.

Wer das komplettrasierte, belipglosste Konterfei erleben will,  Kinostart ist der 9. Juli.

Und wer schon immer wissen wollte, wie man gehörlosen Kindern pantomimisch die Gefahren von Promiskuität erläutert, hier ein Ausschnitt, taucht zwar nicht im Film auf, bringt aber die Lachmuskeln zum Zucken:



Fashionterrorismus
29. Juni 2009, 15:51
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Ab geht’s mit neuen und wiederentdeckten Filmerzeugnissen.

Foto: Universal Pictures

Schraubt eure P.C.-Latte sachte runter und verabschiedet euch von idealistischen Wertevorstellungen, es wird subversiv!

Drei Jahre lang haben wir auf ihn gewartet und wurden regelmäßig von Filmfetzten aufgestachelt, jetzt kommt Borats alter ego endlich auf die Leinwand. Von Sasha Baron Cohen als österreichische Fashonista Brüno kann man sich ab dem 9. Juli in gleichnahmiger Satire mit Schlagseite bezaubern lassen. Regie führte auch diesmal Larry Charles, der u.a. für die Sitcom Seinfeld mitverantwortlich war. Randgruppen nach vorn, Fremdschämen war selten so genussvoll. Hier der Trailer-for mature audiences only- na dann:

Ein Mann, zwei Dildos und eine ausgeklügelte Choreografie machen Lust auf Restegucken. Der Verleih Universal hat indes weitreichende Maßnahmen zur Eindämmung von Filmkritiken vor offiziellem Filmstart unternommen. Eventuell ein Hinweis auf einen extrem gehypten, aber desperaten Flop? An öffentlichen Popup-Einlagen wurde nicht gespart. Ich warte jedenfalls gespannt auf die ersten Fashion Victims mit den extrem attraktiven Nacktanzügen in rosé, oder wie die SZ sagt rosafarbener Ganzkörperstrickanzug mit mehr oder weniger expliziten Details, enorm organisch:

Unter all den virtuell umhergeisterneden Szenen, hier ein spirituelles Highlight:

Konträr und denkwürdig  geht es weiter mit einem Beitrag vom  Evilfest, Ohren auf es wir nuschlig:

Dass nett nur eine Euphemisierung von scheiße ist, wussten wir. Und wie nice es hinter den Kulissen von Entertainmentformaten zu geht, sehen wir hier:

Das lässt einige Fragen in der postbrünalen Hirnspalte aufleuchten:

Wie viele Prozesse wird der 83- minütige Spass entfachen? Schmerzfrei kam Cohen jedenfalls nicht davon: Für seine Rolle ließ sich der Ästhet nicht nur Brust und Beine rasieren, sondern auch die Haare rund um seinen Anus bleichen. Danach ging’s ab ins Krankenhaus und der Gute konnte einige Tage nicht sitzen, von Reue aber keine Spur: I’m bleached and I’m proud.“ Ein Spruch, der sitzt.

Wann wird das unentbehrliche Wort Spunk als Germanismus in britische Wörterbücher aufgenommen? Darf sich Österreich auf einen warmen Tourismusschauer freuen?

Und viel wichtiger: Wird die Dildochoreographie ihren Weg in die ästhetisch orientierten Schlafzimmer dieser Welt finden oder in Selbstverteidigungskursen enden?

Ab 9. Jüli wissen wir mehr!