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Heute schlage ich die Zeitung auf, bereit neben brandheißem Kaffee die neuesten Informationen schluckweise aufzunehmen. Auf der ersten Seite, wie gewohnt Opel, Krise, Nordkorea und Spitzelaffären, klar, das Übliche. Weiter geht’s mit innerpolitischen Machtkämpfen, schließlich die Naturkatastrophen, Unfälle und mordenden Mütter im Panorama, leider auch keine Seltenheit. Gut, Kultur, denke ich und freue mich auf ein bisschen schöngeistigen Input. Doch was ich da aufnehmen darf, ist so angenehm wie die Aussicht auf eine medizinische Darmreinigung: Frauen werden immer unglücklicher, heißt es da.Täglich wird uns quasi ubiquitär von Medien, Gesellschaft und Studien eingeflösst, dass wir erfolgreicher, stärker, und unabhängiger werden. Frauen drücken die Schulbank fester und besser, sind Bundeskanzler, machen Karriere und ziehen Kinder in die Länge (außer diejenigen, die darauf verzichten, siehe Panorama). Ein Blick auf die Fast-Food -Presse zeigt: Frauenzeitschirften wimmeln von 10-Wege zum Glück-Strategien. Strategisch sollen wir uns also mit Happy-Cremes einschmieren, Gute-Laune -Musik hören, Zarbitterschokolade in uns stopfen, die wir uns mit Power-Pilates und eurythmischen Trapezübungen wieder abtrainieren dürfen. Öfter mal „Nein“ sagen sollen wir außerdem. Und uns Wohlfühltage genehmigen, indem wir die Luft um uns herum mit Vanillekerzen einräuchern, weil naja, weil Vanille eben glücklich machen soll, das alles natürlich neben Studium, Beruf und/oder Familie, je nach individuellem Lebensstil, versteht sich. Und dann kriegen wir sowas zu lesen. Je emanzipierter und unabhängiger wir werden, desto trauriger macht uns das also. Doppelbelastung schreien die einen, gestiegene Ansprüche die anderen. Die Studie findet auch keinen legitimen Grund für den angeblichen weiblichen Missmut. Und Männer, macht etwa das Y-Chromosom sie glücklicher oder steht Glücklichsein einfach nicht ganz oben auf ihrer To-Do-Liste? Also „zurück zum klassischen Rollenverhalten“? Oder besser solchen Studien als self- fullfilling prophecies keine Beachtung schenken? Währenddessen Testosteronkerze anzünden und tief einatmen…
3 Kommentare bis jetzt
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Das Bild is ja voll frauenfeindlich! haha..
Die hirngerechte Sicht auf diese Studie bzw. den SZ-Artikel: http://www.hirngerechte-gestaltung.com/2009/05/gender-studien-d.html
Subsummiert: Genau dieser Anspruch auf radikale Gleichheit mit Männern und der ständige Vergleich mit denselben macht Frauen unglücklich.
Kommentar von Fred 28. Mai 2009 @ 14:24Matriarchat lebenswerter für Männer?
Kommentar von labloceuse 29. Mai 2009 @ 13:04http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,627103,00.html
Hallo,
ich haben diesen Artikel in der Süddeutschen auch gelesen, und ich denken (auch wenn die Autorin zu keinem Schluss kam), dass das Problem mit dem „UnglücklichSein von Frauen“ schon existiert. Ich denke es liegt daran, dass in der westlichen Welt die Frau zunehmend abgeschafft wird. Frauen dürfen bei den Jungs mitmischen, aber bitte eben nur als Pseudomann, und den ganzen lästigen Kram wie Haushalt und Kindererziehung so mal nebenbei erledigen. Männer werden im Gegenzug glücklicher, weil die Frau (als Prinzip, ode wie sonst man es nennen kann) damit so nach und nach aus ihrer Weltsicht/System verschwinden. Frauen wird sozusagen ihr Geschlecht und ihre Identität geraubt und das macht unglücklich. Und damit meine ich jetzt natürlich nicht, Zurück an den Herd und früher war alles besser und so. Nein war es nicht. Aber eine dritte Lösung muss her, jenseits der beiden Dualismen Mann=Arbeit/öffentliche Sphäre und Frau=Haus/private Sphäre. (Und auch dieses Queerding halte ich nicht für geeignet, das es Frauen den Männern noch mehr angleicht, von so was wie Fruchtbarkeitstänzen der 70ger will ich schon garnicht reden;)
Kommentar von Claudia 31. Mai 2009 @ 13:45